Dienstag, 9. November 2010

Hassliebe: Von der Politiker-Verachtung zum Journalisten-Bashing

MedienDisput Berlin in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz

Am 16. November um 19 Uhr
Landesvertretung Rheinland-Pfalz
In den Ministergärten 6, 10117 Berlin

Das Vertrauen in die Leistungs- und Problemlösungsfähigkeit von
Politikern schwindet. Auch der Ruf der Journalisten wird bei Bürgern
und Politikern zunehmend schlechter. Der Vorwurf: Die Medien drehen
die Aktualitätsspirale immer schneller, Journalisten sind heute
ahnungs- und haltungsloser als je zuvor. Auch die Nähe zwischen
Hauptstadtjournalisten und Politikern wird kritisiert.

Nicht nur bei Großereignissen lassen sich Medien von Interessengruppen
und Informanten für eine bestimmt Sichtweise der Ereignisse einspannen
oder gar instrumentalisieren. Sie sehen sich zunehmend in der Rolle
politischer Akteure, die mit Schlagzeilen und Kampagnen Themen steuern
wollen. Das hat sich nicht zuletzt bei der Bundespräsidentenwahl
gezeigt: Viele Medien ließen keinen Zweifel daran, dass sie Joachim
Gauck für den besseren Kandidaten halten. Vehement forderten die
Kommentatoren, dass der Fraktionszwang für die Mitglieder der
Bundesversammlung aufgehoben wird. Als Christian Wulff dann
tatsächlich erst im dritten Wahlgang gewählt wurde, erkannten die
gleichen Kommentatoren darin kein Gewinn für die Demokratie, sondern
eine Durchsetzungsschwäche der Kanzlerin.

Wie verändern solche Trends das Verhältnis zwischen Medien und
Politik? Werden Rundfunk und Presse ihrer Rolle als Vierter Gewalt im
Staate noch gerecht? Welche Balance von Nähe und Distanz ist sinnvoll
zwischen Politikern und Journalisten?

Darüber diskutieren wir am 16. November beim MainzerMedienDisput in Berlin mit:

Harald Christ (Schattenwirtschaftsminister der SPD im Wahlkampf 2009)
Dirk Kurbjuweit (Leiter Hauptstadtbüro DER SPIEGEL)
Dr. Gesine Lötzsch (Vorsitzende der Linken)
Bettina Schausten (Leiterin ZDF-Hauptstadtstudio)
Dr. Christoph Steegmans (stellvertretender Regierungssprecher, angefragt)
Bernd Ulrich (Leiter Politikressort DIE ZEIT)

Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif (Vorsitzender Netzwerk Recherche,
www.2plusleif.de)

Nach der Diskussion stehen die Panel-Teilnehmer Ihnen bei einem guten
Glas Wein und einem Imbiss zu vertiefenden Gesprächen zur Verfügung.

Für diese Veranstaltung steht nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur
Verfügung.
Wir berücksichtigen die Anmeldungen in der Reihenfolge des
Maileinganges an Veranstaltungen@lv.rlp.de bis spätestens 11.11.2010.
Zu dieser Veranstaltung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung eine
persönliche EINLASSKARTE per Mail.
Die Einlasskarte gilt für Sie persönlich und eine Begleitperson. Bitte
geben Sie den Namen Ihrer Begleitung bei der Anmeldung an. Ihre
Begleitung erhält nur gemeinsam mit Ihnen Einlass. Bitte halten Sie am
Einlass Personal- oder Dienstausweis bereit.

Mittwoch, 22. September 2010

Die "gedopte Realität" Scripted Reality und neue Doku-Soaps

Mainzer Mediendisput Berlin am 5. Oktober 2010 um 19.00 Uhr
in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin.
Willkommen in der Welt des pseudo-dokumentarischen Brüllfernsehens!

Konflikte wie "Nachbarin terrorisiert Familie", "14jährige Tochter schwanger", "Prügelnder Vater ist Trinker" sind der tägliche Stoff für Scripted-Reality- Formate. "Familien im Brennpunkt", "Verdachtsfälle" oder "Die Schulermittler" aus der Werkstatt der Privaten überschwemmen die Kanäle und erzielen Traumquoten. Es wird gekreischt, gezankt, gepöbelt - alles perfekt gegen Gage und nach Drehbuch inszeniert.

Denn was echt wirken soll, ist nur ein Fake! Mit fiktiven Geschichten, die von Laiendarstellern gespielt und im Stil des Dokumentarfilms präsentiert werden, wollen die Macher dieser Formate beim Zuschauer Realität suggerieren und mit angeblich authentischen Protagonisten trumpfen.

Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung verschwimmen. Ein Trend, der sich auch bei Doku Soaps, vermeintlich wahren Geschichten mit echten Betroffenen, zeigt: Auch hier bestimmen Regisseure zunehmend die "Realität". Was ist also noch echt? Und was ist die totale Inszenierung? Wie beeinflussen die neuen Erfolgsformate die Programmpolitik der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz? Werden die ohnehin raren hochwertigen Dokumentationen und Reportagen in ARD und ZDF, wie "betrifft" (SWR), "45.00" (NDR), "die story" (WDR), "37o" (ZDF), von diesem Trend beeinflusst? Was ist künftig noch echt im TV?

Darüber diskutieren wir am 05. Oktober beim MainzerMedienDisput in Berlin mit:

* Frank Beckmann, Programmdirektor NDR
* Prof. Carl Bergengruen - Spielfilmchef SWR; künftig Leiter Studio Hamburg
* Kathrin Löschburg, Geschäftführerin der Produktionsfirma MME
* Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, Herausgeber des Buches: "Die Casting-Gesellschaft"
* Andres Veiel, Regisseur und Dokumentarfilmer u.a. von "Black Box BRD" und "Der Kick" (angefragt)

Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif (www.2plusleif.de)

Nach der Diskussion stehen die panel-Teilnehmer/innen Ihnen bei einem guten Glas Wein und einem Imbiss zu vertiefenden Gesprächen zur Verfügung.

Für diese Veranstaltung steht nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Wir berücksichtigen die Anmeldungen in der Reihenfolge des Maileinganges an Veranstaltungen@lv.rlp.de bis spätestens 30.9.2010.

Zu dieser Veranstaltung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung eine persönliche EINLASSKARTE per Mail.
Die Einlasskarte gilt für Sie persönlich und eine Begleitperson. Bitte geben Sie den Namen Ihrer Begleitung bei der Anmeldung an. Ihre Begleitung erhält nur gemeinsam mit Ihnen Einlass. Bitte halten Sie am Einlass Personal- oder Dienstausweis bereit.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Mitschnitt MedienDisput Berlin

"Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland" Mitschnitt MedienDisput Berlin

Dienstag, 20. April 2010

Mediendisput Berlin zu "Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus"

Mediendisput Berlin zu "Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus"

"Notleidend: Risiken und Nebenwirkungen des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland" lautet das Thema des nächsten MainzerMedienDisputs am Dienstag, 20. April, 19 Uhr, in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10177 Berlin.

Es diskutieren:

Martin Romanczyk, dpa, Ressortleiter Wirtschaft und Politik International
Dr. Rainer Hank, Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen, FAZ
Tom Schimmeck, Publizist und Buchautor
Dr. Wolfgang Storz, Publizist und Autor
Ulrich Deppendorf, Leiter ARD-Hauptstadtstudio (angefr.)
Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif „2+LEIF", SWR

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Georg Mascolo: "Nachrichten machen, statt ihnen hinterherzulaufen"

netzwerk recherche verleiht Leuchtturm-Preis an Reporterpool von NDR Info
Laudator Georg Mascolo: "Nachrichten machen, statt ihnen hinterherzulaufen"

Berlin (ots) - Die Journalistenvereinigung netzwerk recherche e.V. hat den Reporterpool von NDR Info mit dem "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" ausgezeichnet. Bei der Verleihung des Preises in Berlin würdigte Laudator Georg Mascolo, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und Gründungsmitglied von netzwerk recherche, die herausragenden Rechercheleistungen des Reporter-Teams: "Als Hörer des Programms war ich häufig gefesselt von diesen Geschichten. Als Chefredakteur habe ich mehr als einmal gedacht: Warum haben wir das eigentlich nicht?"

Der Norddeutschen Rundfunk habe Mut und Weitblick besessen, etwas Ungewöhnliches zu wagen: "Journalisten einfach machen zu lassen, ohne sie per Organigramm und Stellenausschreibung in ein von Redaktionsmanagern erdachtes Format zu pressen. Herausgekommen sind übrigens mehr - vor allem aber: bessere Beiträge. Wenn es doch nur immer so vernünftig im öffentlich-rechtlichen System zugehen würde."

Gleichzeitig ermahnte Mascolo den Berufsstand: "Ein Reporterpool wie jener des NDR gehörte bislang in diesem Land nicht automatisch zu den Favoriten einer Auszeichnung wie dem Leuchtturm." Der Erfolg der Preisträger erinnere die Journalisten an ihre ureigenste Aufgabe: "Der Journalist muss neugierig, er muss gründlich und ehrgeizig sein. Er darf die wahre Aufgabe seines Berufes nicht vernachlässigen - und das ist, den Dingen auf den Grund zu gehen. Wir bekommen unser Geld für unsere Neugierde."

Nicht immer sei Zeitnot der Grund für mangelnde Recherche - oft sei es auch nur Bequemlichkeit, so Mascolo. "Die Suche nach Unbekanntem, die Aufklärung eines Sachverhaltes, die nötige Distanz und Skepsis braucht es immer. Ich nenne das Recherche. Ohne diese Leidenschaft, den Wunsch Nachrichten zu machen anstatt ihnen hinterherzulaufen, geht es nicht. Nur wer sich für den mühsamen Weg entscheidet, wird dafür auch belohnt. Er wird zum Anlaufpunkt für Informanten, zum Empfänger brisanter Unterlagen."

Der Vorsitzende von netzwerk recherche, Prof. Dr. Thomas Leif, überreichte dem Team den mit 3000 Euro dotierten Preis. Die 14 Mitglieder des Reporterpools waren geschlossen zur Preisverleihung gekommen, an ihrer Seite Claudia Spiewak, Chefredakteurin des NDR-Hörfunks, und Jens Peter Marquardt, Leiter der Programmgruppe Politik und Aktuelles.

Pool-Mitglied Ilka Steinhausen bedankte sich im Namen des Teams: "In Zeiten, in denen überall gespart wird, ist es nicht selbstverständlich, dass ein Reporter-Team Zeit und kreativen Raum für intensive Recherche bekommt - deswegen freuen wir uns sehr über den Preis. Dass sich der NDR das leistet ist gut für die Qualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Journalismus insgesamt."

Dem Reporterpool gehören sieben festangestellte Redakteurinnen und Redakteure an - Arne Meyer, Joachim Hagen, Stefan Schölermann, Carsten Vick, Ilka Steinhausen, Jürgen Webermann und Christoph Heinzle - sowie mehrere fest-freie Mitarbeiter - derzeit Sofie Donges, Benjamin Großkopff, Peter Hornung, Jan-Peter Reschke, Jörg Pfuhl, Nicolai Kwasniewski und Kersten Mügge.

Der "Leuchtturm" von netzwerk recherche wurde zum achten Mal vergeben. In den vergangenen Jahren wurden Peter Merseburger (2008), Andrea Röpke, Anton Maegerle und Thomas Kuban (2007), Hans-Joachim Seppelt (2006), Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann sowie Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis (2005), Volker Lilienthal (2004), Jürgen Dahlkamp (2003) und Christoph Lütgert (2002) ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung würdigt der Verein einmal jährlich außergewöhnliche Recherche-Leistungen, die Themen und Konflikte beleuchten, die in der Öffentlichkeit bislang nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen wurden.

Die Preisverleihung 2009 fand am Dienstagabend beim MainzerMedienDisput Berlin in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz statt. Fotos und die komplette Laudatio sind unter www.netzwerkrecherche.de erhältlich.

Pressekontakt:
Günter Bartsch (nr-Geschäftsführer), Telefon 0163 3736139, E-Mail
info@netzwerkrecherche.de
Prof. Dr. Thomas Leif (nr-Vorsitzender), Telefon 0171 9321891

Freitag, 23. Oktober 2009

Verleihung des "Leuchtturms" beim MedienDisput Berlin

Verleihung des "Leuchtturms" beim MedienDisput Berlin

"Klartext oder Weichzeichner – vom Sprachverlust und Orientierungsverzicht der Politik" lautet das Thema des MainzerMedienDisputs Berlin am 8. Dezember 2009 um 19 Uhr in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin (In den Ministergärten 6).

Es diskutieren:
Dr. Tobias Korenke, Pulizist, Berlin
Frank A. Meyer, Chefpublizist Ringier Verlag, Zürich
Prof. Dr. Uwe Pörksen, Sprachwissenschaftler, Universität Tübingen
Christina Schildmann, SPD Parteivorstand, Berlin
Dr. Thomas Steg, Ex-Regierungssprecher (Stv.)
Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif, 2+LEIF (SWR) und Vorsitzender netzwerk recherche e.V.

Nach der Diskussion vergibt netzwerk recherche den "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen".

Anmeldung per E-Mail an hzincke at lv.rlp.de

Freitag, 29. Mai 2009

Mediendisput: "Das Ende des Journalismus - Ist unsere Mediendemokratie noch zu retten?" .

Mediendisput: "Das Ende des Journalismus - Ist unsere Mediendemokratie noch zu retten?" .

Di., 23.06.2009, Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergaerten 6, 10117 Berlin.

Bedeutet das Verschwinden der gedruckten Zeitung das Ende des Qualitaetsjournalismus? Muss der Staat die Presse retten? Brauchen wir eine oeffentlich-rechtliche Zeitung? Sind Blogs, Twitter und Google ernstzunehmende Konkurrenz fuer professionellen Journalismus - oder bilden sie eine sinnvolle Ergaenzung? Kann sich Journalismus im Internet neu erfinden?

Die Medien stehen vor einem Epochenwechsel: Waehrend in den USA ein Zeitungstitel nach dem anderen eingestellt wird und selbst Qualitaetsblaetter wie die "New York Times" ins Schlingern geraten, waechst in Deutschland die Angst. Ein brach liegender Anzeigenmarkt, Auflagen im freien Fall und ein rasanter Mediennutzungswandel stellen Zeitungshaeuser vor die Frage, wie sie Journalismus weiterhin finanzieren koennen. Mit Blick auf die Bundestagswahl draengt sich die Frage auf, wie Zeitungen ihre Funktion als Leitmedien noch leisten koennen und welche alternativen Formen und Akteure der oeffentlichen Kommunikation an Bedeutung gewinnen.

Anlaesslich der beiden Buchveroeffentlichungen "Wozu noch Zeitungen? Wie das Internet die Presse revolutioniert" (Vandenhoeck & Ruprecht) und "Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortfuehrer im Portrait" (Herbert von Halem) diskutieren Wortfuehrer aus Presse und New Digital Journalism ueber den publizistischen Formenwande und drohende Gefahren fuer unsere Mediendemokratie.

Es diskutieren:
- Wolfgang Blau (Chefredakteur "Zeit Online") ,
- Stephan-Andreas Casdorff (Chefredakteur "Der Tagesspiegel") ,
- Brigitte Fehrle (Stellv. Chefredakteurin "Berliner Zeitung") ,
- Hans-Juergen Jakobs (Chefredakteur "sueddeutsche.de") ,
- Frank A. Meyer (Chefpublizist Ringier Verlag) ,
- Mario Sixtus (Blogger "Der Elektrische Reporter") .
Moderation: Dr. Thomas Leif.

Im Anschluss Gespraeche bei Wein und Imbiss mit den Diskutanten und Herausgebern Prof. Dr. Stephan Weichert, Leif Kramp und Dr. Christian Zabel.

Anmeldungen an
Dr. Cornelia Doemer, Referatsleiterin Veranstaltungen, Gaestehaus; Medien
Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europaeischen Union
In den Ministergaerten 6, 10117 Berlin
Telefon 030 72629-1170, Telefax 030 72629-1270
mailto:cdoemer@lv.rlp.de .